Kurz gesagt: Kleine Shopware-Plugins mit klar umrissener Funktion kosten typischerweise 1.500-4.000 €, mittlere Erweiterungen mit Backend-Logik oder Schnittstellen 4.000-10.000 €, komplexe B2B- und Integrationsplugins liegen darüber. Agenturen rufen für vergleichbare Projekte oft 5.000-25.000 € auf. Der größte Kostentreiber ist dabei fast nie die Programmierung selbst - sondern unklare Anforderungen und übersehene Sonderfälle.
Warum „Was kostet ein Plugin?" die falsche erste Frage ist
Die bessere Frage: Was genau soll das Plugin tun - und was bewusst nicht? Ein Plugin, das „Bestellungen exportiert", kann ein 4-Stunden-Projekt sein (CSV per Cronjob) oder ein 4-Wochen-Projekt (bidirektionale ERP-Anbindung mit Fehlerbehandlung, Retry-Logik und Monitoring). Beides ist derselbe Satz im Erstgespräch. Deshalb bekommst du von seriösen Entwicklern keine Preisliste, sondern Fragen.
Die Richtwerte im Detail
- Kleine Plugins (1.500-4.000 €): Eine klar umrissene Funktion - ein zusätzliches Feld im Checkout mit Validierung und E-Mail-Ausgabe, eine Storefront-Anpassung mit Konfigurationsoptionen, ein einfacher Export. Etwa 2-5 Entwicklungstage inklusive Tests und Dokumentation.
- Mittlere Plugins (4.000-10.000 €): Backend-Logik, eigene Admin-Bereiche, Anbindung einer externen API, individuelle Preis- oder Versandlogik. Hier kommen die Dinge dazu, die man als Laie nicht sieht: Fehlerbehandlung, Rechteverwaltung, Update-Sicherheit.
- Komplexe Plugins (10.000 €+): B2B-Workflows, bidirektionale ERP-/PIM-Integrationen, Plugins mit eigenen Datenmodellen und Migrationspfaden. Der Aufwand steckt in Datenkonsistenz und den Sonderfällen des echten Betriebs.
Zur Einordnung: Ich rechne transparent mit 95 €/Stunde ab. Agentur-Richtwerte liegen für dieselben Kategorien erfahrungsgemäß 40-80 % höher, weil Projektleitung und Overhead mitbezahlt werden.
Die echten Kostentreiber (und wie du sie vermeidest)
- Unklare Anforderungen. Jede Runde „ach, das soll auch noch…" mitten in der Entwicklung kostet mehr als dieselbe Anforderung am Anfang. Gegenmittel: eine Seite Prosa, was das Plugin können soll - keine Spezifikation, nur Klarheit.
- Sonderfälle. Was passiert bei Gastbestellungen? Bei Multi-Sales-Channel? Bei einem Update auf die nächste Shopware-Version? 80 % des Aufwands stecken oft in 20 % der Fälle.
- Das falsche Werkzeug. Manches braucht gar kein Plugin: Der Flow Builder, dynamische Produktgruppen oder ein vorhandenes Store-Plugin lösen erstaunlich viel. Ein guter Entwickler sagt dir das, bevor er entwickelt - ich habe schon mehr als einmal ein „Plugin-Projekt" mit einer Stunde Konfiguration beendet.
- Folgekosten ignorieren. Ein Plugin lebt: Shopware-Updates, PHP-Versionen, neue Anforderungen. Kalkuliere grob 10-20 % der Erstellungskosten pro Jahr für Pflege - oder pack es in die laufende Wartung.
Kaufen oder bauen lassen?
Die Faustregel: Erst den Store prüfen, dann bauen. Ein 200-€-Store-Plugin, das 90 % deiner Anforderung abdeckt, schlägt fast immer die Individualentwicklung - solange die fehlenden 10 % verschmerzbar sind. Individuell bauen lohnt sich, wenn der Prozess dein Differenzierungsmerkmal ist, wenn kein Store-Plugin passt, oder wenn du drei Store-Plugins mit Konfigurations-Klimmzügen kombinieren müsstest (das rächt sich bei jedem Update).
Mehr zu meiner Arbeitsweise findest du auf der Seite zur Shopware Plugin-Entwicklung - inklusive der Frage, wann ich dir von einem Plugin abrate.