Kurz gesagt: Eine Shopware-Migration kostet bei kleinen Shops mit Standard-Theme oft einen mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Betrag, bei mittleren Shops mit Custom-Design und 10-20 Plugins deutlich mehr, komplexe B2B-Projekte mit ERP-Anbindung liegen weit darüber - Agenturen nennen für diese Kategorien typisch 10-15 T€, 20-35 T€ und 35-50 T€+. Die ehrliche Wahrheit: Jede Zahl vor der Analyse deines Shops ist geraten. Was sich seriös benennen lässt, sind die Kostentreiber - und die stehen hier.

Warum die Preisspannen so groß sind

Shopware 6 ist gegenüber Shopware 5 eine Neuentwicklung: Kein Plugin und kein Theme lässt sich unverändert übernehmen. Deine Migrationskosten sind deshalb im Kern die Antwort auf eine Frage: Wie viel Individualität steckt in deinem Shop? Ein Shop nahe am Standard migriert günstig. Ein Shop mit 30 Plugins, Custom-Checkout und gewachsenen Datenstrukturen bezahlt jede dieser Entscheidungen jetzt noch einmal.

Die fünf echten Kostentreiber

  1. Plugin-Landschaft: Für jedes Plugin gibt es drei Wege - es gibt einen SW6-Nachfolger (günstig), die Funktion ist inzwischen im Core (kostenlos!), oder es muss neu entwickelt werden (teuer). Die Inventur vorab entscheidet über dein Budget.
  2. Theme und Design: 1:1-Nachbau eines alten Designs ist fast immer teurer als ein sauberes neues Theme auf aktueller Basis - und schlechter fürs Geschäft.
  3. Datenqualität: Kunden, Bestellungen, Produkte wandern per Migrationsassistent gut - gewachsene Altlasten (Dubletten, kaputte Varianten, Freitext-Attribute) wandern mit, wenn man sie nicht vorher bereinigt.
  4. SEO-Erbe: URL-Strukturen ändern sich. Ohne sauberes Redirect-Konzept verbrennt eine Migration jahrelang aufgebaute Rankings - die unsichtbarste und teuerste Falle.
  5. Schnittstellen: ERP, PIM, Zahlungsanbieter, Marktplätze. Jede Anbindung muss neu geprüft, angepasst oder ersetzt werden.

Der Ablauf, der sich bewährt hat

  1. Analyse und Inventur (der wichtigste Schritt): Plugins, Individualisierungen, Datenqualität, Schnittstellen, SEO-Zustand. Erst danach gibt es eine seriöse Zahl.
  2. Testmigration mit dem Migrationsassistenten auf einer Staging-Umgebung - hier zeigen sich die echten Probleme, solange sie noch nichts kosten.
  3. Umbau: Theme, Plugins, Schnittstellen auf Shopware 6.
  4. Redirect-Konzept und SEO-Absicherung - jede alte URL bekommt ein Ziel.
  5. Delta-Migration und Go-Live: finale Datenübernahme, kontrollierter Umstieg, kurze Parallel-Beobachtung.
  6. Stabilisierung: die ersten Wochen nach Go-Live gehören zum Projekt, nicht zur Kulanz.

Wie ich diese Phasen konkret umsetze, steht auf meiner Migrations-Service-Seite.

Freelancer oder Agentur - und die Spar-Wahrheit

Als Freelancer liege ich bei gleichem Umfang meist deutlich unter Agentur-Angeboten (95 €/h, transparent) - nicht durch Zauberei, sondern weil keine Projektleitungs- und Vertriebskosten mitlaufen. Woran du nicht sparen solltest: Analyse, Testmigration und Redirects. Das sind genau die Posten, die Billig-Angebote weglassen - und die dich später das Doppelte kosten. Der beste Spar-Hebel ist ein anderer: Vor der Migration ausmisten. Jedes Plugin, das du nicht mitnimmst, jede Datenleiche, die du vorher löschst, spart bares Geld.

Übrigens: Falls dein Shop noch auf Shopware 5 läuft, ist die Frage nicht mehr ob, sondern wie kontrolliert du wechselst - warum, steht hier. Und wer von einem anderen Shopsystem kommt (Magento, WooCommerce, JTL), findet in den kommenden Wochen eigene Artikel dazu hier im Blog.