Kurz gesagt: Auf meinem privaten Desktop läuft seit 2024 Linux Mint, und ich vermisse Windows dort nicht. Im Dezember 2025 bin ich auch beruflich umgestiegen: Mein neuer Arbeitsrechner ist ein TUXEDO-Notebook mit TUXEDO OS, ohne Dual-Boot und ohne Windows als Rückfallebene. Die Installation war der einfache Teil. Aufwendig war der Umzug meiner Entwicklungsumgebung. Nach den ersten Wochen kann ich sagen: Linux passt sehr gut zu meiner Arbeit als PHP- und Shopware-Entwickler.

Von Linux Mint zum Arbeitsrechner

Wie ich nach über 30 Jahren Windows privat zu Linux gekommen bin, habe ich in Warum ich zu Linux gewechselt bin und nichts vermisse beschrieben. Den Anstoß gab damals eine defekte SSD in meinem Desktop-PC.

Danach war für mich eine Frage beantwortet: ob ich mit Linux zurechtkomme. Als ein neues Arbeitsnotebook anstand, ging es deshalb nur noch darum, welches Gerät und welches System am besten zu meiner Arbeit passen. Beruflich wollte ich es konsequent machen: Mein neuer Arbeitsrechner sollte vollständig mit Linux laufen. Kein Dual-Boot als Sicherheitsnetz und kein Windows als eigentliches Hauptsystem.

Warum auch beruflich?

Ich entwickle PHP- und Symfony-Anwendungen, arbeite mit Shopware, Datenbanken, Docker und vielen kleinen Werkzeugen. Auf meinem bisherigen Arbeitsrechner mit Windows 11 hatte ich mir dafür eine funktionierende Umgebung aufgebaut. WSL2 machte vieles möglich, brachte aber neben der Linux-Welt immer auch die Windows-Ebene mit: Dateisystemgrenzen, unterschiedliche Pfade, eigene Netzwerkdetails und mehr bewegliche Teile.

Die Server, auf denen meine Projekte laufen, nutzen ohnehin Linux. Mit Linux auch auf dem Arbeitsrechner fällt die Windows-Ebene weg.

Warum TUXEDO OS?

Ich wollte möglichst wenig Zeit mit Treibern, Stromsparfunktionen oder anderen Hardwaredetails verbringen. Deshalb habe ich mich für ein Notebook von TUXEDO Computers entschieden, auf dem TUXEDO OS vorinstalliert ist. Hardware und System sind aufeinander abgestimmt, und genau das wollte ich.

Privat nutze ich Linux Mint mit Cinnamon, auf dem Arbeitsrechner jetzt TUXEDO OS mit KDE Plasma. Auch KDE fühlt sich für langjährige Windows-Nutzer nicht fremd an: Startmenü, Taskleiste, Fenster und sehr viele Einstellmöglichkeiten. Trotzdem ist KDE kein Windows mit anderem Logo. Vor allem bei Fenstern, Tastenkürzeln und der Systemverwaltung funktioniert einiges anders.

Was sofort funktionierte und was nicht

Browser, Git, SSH und die meisten Programme aus meinem Arbeitsalltag waren kein Problem. PhpStorm, meine wichtigste Entwicklungsumgebung, gibt es auch für Linux. Docker und andere Serverwerkzeuge fühlen sich hier ohnehin zu Hause.

Aufwendiger war nicht die Installation, sondern die Übernahme meines bisherigen Setups. Entwicklungsumgebungen, Container, Datenbanken und Projektdateien musste ich strukturiert umziehen. Und dann gibt es die kleinen Dinge, die man erst im Alltag bemerkt:

  • Wie gruppiert die Taskleiste mehrere Browserfenster?
  • Welche Tastenkürzel nutze ich jetzt?
  • Wie komme ich an alte NTFS-Datenträger und an mein mit BitLocker verschlüsseltes Backup?

Was sich für mich verändert hat

Ich muss weniger zwischen einer Windows-Arbeitswelt und einer Linux-Serverwelt umdenken. Viele Werkzeuge laufen jetzt dort, wo ich sie ohnehin auf den Servern betreibe. Das heißt nicht, dass unter Linux alles einfacher ist oder jede Software verfügbar wäre. Wer umsteigen will, sollte vorher prüfen, ob es für unverzichtbare Windows-Programme passende Alternativen gibt.

Was ich anderen raten würde

  • Erst privat ausprobieren, wenn möglich. Meine Erfahrung mit Linux Mint hat mir beim beruflichen Umstieg viel Unsicherheit genommen.
  • Erst den Arbeitsablauf prüfen, dann die Distribution wählen. Entscheidend ist, ob deine Werkzeuge unter Linux laufen.
  • Den Umzug planen. Besonders Container, Datenbanken und Backups brauchen einen Plan.
  • Alte Datenträger nicht vergessen. Verschlüsselte oder mit NTFS formatierte Festplatten sollten vor dem Umstieg geprüft werden.

Fazit

Jetzt läuft auch mein Arbeitsrechner komplett mit Linux. Der größte Aufwand lag im Umzug meiner Umgebung, nicht im Wechsel des Betriebssystems. Wer ähnlich arbeitet, mit PHP, Symfony, Docker und Linux-Servern, sollte Linux als Hauptsystem ernsthaft in Betracht ziehen. Man muss sich umgewöhnen, aber man muss seine Produktivität dafür nicht aufgeben.

Häufige Fragen

Kann man als PHP- und Shopware-Entwickler komplett auf Linux arbeiten?

Ja. PHP, Docker, Datenbanken, PhpStorm, Git und SSH laufen unter Linux ohne Einschränkungen. Viele Server, auf denen Shops später laufen, nutzen ohnehin Linux.

Linux Mint oder TUXEDO OS?

Beides funktioniert bei mir sehr gut. Linux Mint ist besonders einsteigerfreundlich, TUXEDO OS ist auf die Hardware von TUXEDO abgestimmt und bringt KDE Plasma mit.

Brauche ich zur Sicherheit noch Windows?

Ich habe bewusst auf Dual-Boot verzichtet. Wichtig ist, vorher zu prüfen, ob du ein Programm wirklich nur unter Windows nutzen kannst.