Kurz gesagt: Nach über 30 Jahren Windows bin ich 2024 auf meinem privaten Desktop zu Linux Mint gewechselt. Den Anstoß gab eine defekte SSD, dazu kam der Ärger mit Windows 11, das mein Rechner offiziell gar nicht bekommen durfte. Die Umstellung war erstaunlich unkompliziert, und meine größte Überraschung: Ich vermisse Windows nicht.

Über 30 Jahre Windows – irgendwann reicht es

Meine Geschichte mit Microsoft Windows begann mit Windows 3.11. Seitdem habe ich praktisch jede wichtige Windows-Generation miterlebt: Windows 95, 98, XP, 7, 10 und natürlich auch Windows 11.

Als Webentwickler habe ich jahrzehntelang unter Windows gearbeitet. Ich kannte das System in- und auswendig, wusste mir bei Problemen zu helfen und hatte eigentlich keinen zwingenden Grund, das Betriebssystem zu wechseln.

Allerdings ging mir Windows in den letzten Jahren zunehmend auf die Nerven:

  • immer neue Einstellungen und ständig veränderte Menüs
  • fragwürdige Designentscheidungen
  • eine Suchfunktion, die für meinen Geschmack über die Jahre eher schlechter als besser geworden ist
  • Werbung und Empfehlungen an Stellen, an denen ich sie in einem Betriebssystem überhaupt nicht haben möchte

Besonders Windows 11 hat mich nicht überzeugt. Und dann kam ein Hardwaredefekt, der letztendlich den Ausschlag gab.

Windows 10, eine defekte SSD und der ständige Ärger mit Windows 11

Auf meinem privaten Desktop-PC lief Windows 10. Eigentlich funktionierte der Rechner für meine Zwecke vollkommen ausreichend.

Ein Upgrade auf Windows 11 war laut Microsoft allerdings nicht möglich. Die Hardware erfüllte bestimmte Sicherheitsanforderungen nicht. Das hielt Windows aber nicht davon ab, mich immer wieder mit Hinweisen auf Windows 11 zu nerven. Einerseits erklärte mir Microsoft, dass mein Rechner nicht geeignet sei, andererseits wurde ich ständig mit dem Upgrade konfrontiert.

Windows 11 war mir dabei keineswegs unbekannt. Auf einem privaten Notebook, das ich gelegentlich nutze, war es bereits installiert. Ich kannte das neue Betriebssystem also und wusste ziemlich genau, dass ich es auf meinem Desktop nicht haben wollte.

Irgendwann verabschiedete sich dann die SSD, auf der Windows 10 installiert war, vollständig. Das war ärgerlich. Allerdings war damit auch eine Entscheidung fällig: neues Laufwerk einbauen und wieder Windows installieren oder etwas anderes ausprobieren?

Für mich stand fest: Windows 11 kommt auf diesen Rechner nicht mehr drauf.

Neue SSD, neues Betriebssystem: Linux Mint

Ich habe die defekte SSD ersetzt und mich für Linux Mint entschieden.

Linux Mint gilt als besonders einsteigerfreundliche Linux-Distribution. Mit der Oberfläche Cinnamon bietet es eine Bedienung, die langjährigen Windows-Nutzern ziemlich vertraut vorkommt. Das war mir wichtig. Ich wollte mit dem Rechner arbeiten und nicht erst wochenlang lernen, wie ich ein Betriebssystem bediene.

Und was soll ich sagen? Die Umstellung war erstaunlich unkompliziert.

Schon nach kurzer Zeit hatte ich mich an Linux Mint gewöhnt. Die Bedienung war logisch, die wichtigsten Funktionen fand ich schnell, und auch die Einrichtung bereitete mir keine größeren Schwierigkeiten.

Vor allem hatte ich nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Ich konnte meinen Computer wieder benutzen, ohne dass mir das Betriebssystem ständig neue Funktionen, Empfehlungen oder Änderungen aufdrängen wollte.

Ich vermisse Windows nicht

Das war eine meiner größten Überraschungen. Nach über 30 Jahren Windows hätte ich gedacht, dass mir beim Wechsel zahlreiche gewohnte Dinge fehlen würden. Aber das Gegenteil war der Fall.

Natürlich sind manche Dinge anders. Es gibt andere Programme, andere Wege für bestimmte Einstellungen, und gelegentlich muss man sich mit einem neuen Thema beschäftigen. Das gehört zu jedem Betriebssystemwechsel dazu.

Entscheidend ist für mich: Ich vermisse Windows auf meinem privaten Desktop überhaupt nicht.

Was ich anderen Umsteigern raten würde

  • Mit einer einsteigerfreundlichen Distribution anfangen. Linux Mint hat mir den Einstieg sehr leicht gemacht.
  • Vorher prüfen, welche Programme du wirklich brauchst. Für die meisten gibt es Linux-Versionen oder gute Alternativen.
  • Daten vorher sichern. Gerade wenn ein Laufwerk ausfällt oder getauscht wird, sollten Backups aktuell sein.
  • Etwas Neugier mitbringen. Manches ist anders, aber selten schwieriger.

Wie es weitergeht

Mein Arbeitsrechner läuft noch mit Windows 11, meine Entwicklungsumgebung mit WSL2 und Docker. Nach den Erfahrungen auf dem Desktop ist für mich aber eine Frage beantwortet: ob ich mit Linux zurechtkomme. Die Antwort ist ein klares Ja. Beim nächsten Arbeitsgerät soll deshalb auch beruflich Linux zum Einsatz kommen.

Fazit

Mein Wechsel zu Linux begann mit einem Ärgernis: einer kaputten Windows-SSD. Rückblickend war das genau der Anstoß, den ich gebraucht habe. Linux Mint hat mir gezeigt, wie einfach der Umstieg heute sein kann.

Nach mehr als 30 Jahren Windows kann ich sagen: Ich vermisse Windows nicht.

Häufige Fragen

Ist Linux Mint für Windows-Umsteiger geeignet?

Aus meiner Erfahrung ja. Die Oberfläche Cinnamon wirkt vertraut, und die wichtigsten Einstellungen findet man schnell.

Was mache ich, wenn mein PC kein Windows 11 bekommt?

Linux ist eine gute Alternative, gerade für Rechner, die noch gut funktionieren, aber die Anforderungen von Windows 11 nicht erfüllen. Wichtig ist, vorher zu prüfen, ob deine wichtigsten Programme unter Linux laufen.

Ist der Umstieg auf Linux kompliziert?

Für mich war er erstaunlich unkompliziert. Ein paar Dinge funktionieren anders, aber man gewöhnt sich schnell daran.