Kurz gesagt: Ein guter Prompt für PHP oder Shopware ist im Grunde eine gute technische Aufgabenbeschreibung. Er nennt Umgebung und Versionen, beschreibt Ist- und Soll-Zustand, legt fest, was nicht verändert werden darf, und verlangt Tests. Und er fordert die KI ausdrücklich auf, offene Fragen zu nennen statt Methoden zu erfinden. Das garantiert keinen fehlerfreien Code, spart aber viel Zeit beim Reparieren plausibel klingender Antworten.
Warum „Schreib mir ein Shopware-Plugin“ nicht funktioniert
Die KI weiß bei so einer Anfrage weder, welche Shopware-Version läuft, noch welche Erweiterungen installiert sind oder welche Sonderfälle es gibt. Sie füllt die Lücken mit Annahmen. Das Ergebnis sieht oft gut aus, passt aber nicht zum echten System.
Typische Folgen:
- Code für eine andere Shopware-Version
- Events oder Services, die es so nicht gibt
- Änderungen an Stellen, die man nicht anfassen sollte
- keine Berücksichtigung von Sprachen, Varianten oder Berechtigungen
Kontext ist keine Nebensache
Wenn ich an einer bestehenden Anwendung arbeite, beschreibe ich zuerst die technische Umgebung: Framework, Versionen, beteiligte Komponenten und das beobachtete Verhalten. Bei Shopware gehören dazu die genaue Version, die Frage nach Storefront oder Administration und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Erweiterungen.
Genauso wichtig ist die Trennung von Ist-Zustand und Soll-Zustand. Ein Fehlersymptom ist nicht automatisch die Ursache. Deshalb lasse ich zuerst Hypothesen und prüfbare Diagnosewege vorschlagen, bevor es an eine Lösung geht.
Mein Aufbau für technische Prompts
- Umgebung: Software, Versionen, relevante Abhängigkeiten
- Ausgangslage: Was existiert bereits, was funktioniert?
- Problem: reproduzierbarer Fehler oder neue Anforderung
- Grenzen: Welche Dateien, Daten oder Schnittstellen dürfen nicht verändert werden?
- Ergebnis: gewünschte Lösung mit Erklärung und Tests
Ein vereinfachtes Beispiel:
Projekt: Shopware 6.7 mit eigener Storefront-Erweiterung, PHP 8.3.
Problem: Eine Produkteigenschaft soll im Warenkorb angezeigt werden.
Grenzen: Keine Änderungen am Shopware-Kern, Texte als Snippets auf Deutsch und Englisch.
Vorgehen: Prüfe zuerst mögliche Datenquellen und Erweiterungspunkte. Erfinde keine Methoden oder Services. Wenn dir eine Information fehlt, frag nach.
Ergebnis: Lösungsvorschlag für genau diese Version mit Testfällen, auch für Produkte ohne diese Eigenschaft.
Änderungen klein halten
Besonders bei älteren Systemen fordere ich zuerst die kleinstmögliche Änderung. Große, automatisch erzeugte Umbauten können bestehende Logik unbemerkt beschädigen. Deshalb lasse ich mir immer erklären, welche Dateien betroffen sind und warum.
Ein Satz, der in fast jeden meiner Prompts gehört: „Nenne Annahmen und offene Fragen, bevor du eine Lösung schreibst.“ Wenn eine wichtige Information fehlt, will ich das wissen, statt eine erfundene Antwort zu bekommen.
Tests gehören in den Prompt
Zur Lösung gehören immer auch die Fälle, an die man im ersten Moment nicht denkt:
- leere oder fehlende Werte
- Benutzer ohne die nötigen Berechtigungen
- mehrsprachige Inhalte
- Produkte mit vielen Varianten
- große Datenmengen
Gerade diese Fragen entscheiden über die Qualität einer Shop-Erweiterung. Wenn ich sie im Prompt nenne, berücksichtigt die KI sie auch in der Lösung.
Versionen ausdrücklich nennen
PHP und Shopware entwickeln sich ständig weiter. Was in einer Version erlaubt ist, ist in der nächsten veraltet. Wie viel sich zum Beispiel mit PHP 8.5 ändert, habe ich in PHP 8.5: Diese Neuerungen sind für Entwickler wichtig beschrieben. Ohne Versionsangabe greift die KI oft auf ältere Muster zurück, die sie häufiger gesehen hat.
Was ein guter Prompt nicht ersetzt
Auch der beste Prompt garantiert keinen korrekten Code. Er senkt nur die Wahrscheinlichkeit, dass die KI am Problem vorbeiarbeitet. Prüfen, testen und verantworten muss ich das Ergebnis weiterhin selbst. Warum ich KI deshalb vor allem vor dem Code einsetze, beschreibe ich in KI im Entwickleralltag.
Checkliste für deinen nächsten technischen Prompt
- Versionen von Shopware, PHP und wichtigen Erweiterungen genannt?
- Ist- und Soll-Zustand getrennt beschrieben?
- Grenzen festgelegt, also was nicht verändert werden darf?
- Nach Annahmen und offenen Fragen gefragt?
- Testfälle und Sonderfälle verlangt?
- Um eine kleine, erklärte Änderung gebeten statt eines großen Umbaus?
Häufige Fragen
Muss ein Prompt lang sein?
Nicht lang, aber vollständig. Fünf präzise Zeilen mit Versionen, Problem und Grenzen bringen mehr als ein langer Text ohne diese Angaben.
Hilft es, der KI eine Rolle zu geben, etwa „Du bist Shopware-Experte“?
Ein bisschen, aber viel weniger als konkreter Kontext. Die genaue Version und das beobachtete Verhalten sind wichtiger als jede Rollenbeschreibung.
Soll ich der KI meinen ganzen Code geben?
Nur die relevanten Teile, und nur, wenn du das darfst. Zu viel Code verwässert die Antwort, zu wenig führt zu Annahmen. Bei Kundencode vorher klären, was erlaubt ist.