Kurz gesagt: Aus den Fragen von insighteuquiz.eu entstehen jetzt automatisch 15-Sekunden-Videos für YouTube Shorts und Instagram Reels, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Gezeichnet, vertont und geschnitten werden sie von einem Python-Skript, ganz ohne KI und ohne Cloud-Dienst. Die KI kam vorher zum Einsatz: Sie hat den Generator und die Veröffentlichungs-Pipeline gebaut. Einmal pro Woche plant ein Job die Videos für die nächsten 14 Tage ein.
Wo die Reihe steht
In Teil 1 habe ich Quiz-Inhalte mit ChatGPT und Canva erstellt. In Teil 2 ist mit Antigravity die Website insighteuquiz.eu entstanden. Jetzt kommt der nächste Schritt: Die Fragen sollen dort hin, wo die Leute ohnehin scrollen, also in Kurzvideos.
Das Ziel
- jeden Tag ein Video pro Sprache
- auf YouTube und Instagram
- ohne dass ich jedes Video von Hand baue oder hochlade
- ohne laufende Kosten für Videotools
Die Videos entstehen ohne KI
Das klingt für einen Artikel in der Kategorie KI-Tools vielleicht seltsam. Aber die Videos selbst entstehen komplett regelbasiert:
- Pillow zeichnet jedes Bild: Hintergrund, Fragekarte, Antworten, Countdown.
- numpy erzeugt Musik und Geräusche: Akkordfolge, Beat, Uhrticken, ein „Tada“ bei der Auflösung.
- ffmpeg setzt alles zum Video zusammen.
Der Vorteil: Jedes Video ist reproduzierbar, die Musik ist lizenzfrei, weil sie vom Skript stammt, und es gibt keine Kosten pro Video. Ein Video braucht auf meinem Laptop etwa 45 Sekunden.
Die KI war trotzdem entscheidend. Den Generator, die Upload-Skripte und die Automatisierung hat ein KI-Coding-Assistent nach meinen Vorgaben geschrieben. Ich habe Design und Regeln festgelegt, geprüft und freigegeben.
So ist ein Short aufgebaut
Jedes Video ist 15 Sekunden lang, im Hochformat 1080 × 1920:
| Zeit | Inhalt |
|---|---|
| 0–3 s | Schriftzug „Quiz“, Sprache, Kategorie und Schwierigkeit, die Frage |
| 3–10 s | Die vier Antworten springen nacheinander herein, eine Uhr zählt von 7 runter. |
| 10–15 s | Die richtige Antwort wird grün, dazu Konfetti, eine kurze Erklärung und der Link zur Website. |
Damit alles auf dem Handy lesbar bleibt, gelten feste Regeln: Wörter werden nie getrennt, lieber wird die Schrift kleiner. Rechts bleibt Platz für die Like- und Kommentar-Buttons, und alle wichtigen Inhalte stehen oberhalb des Bereichs, in dem YouTube und Instagram Titel und Kanal einblenden.
Zu glatt ist auch falsch
Die erste Version war sauber, aber schlicht: ruhiger Hintergrund, klare Schrift, dezente Animationen. Mein Urteil: zu glatt, zu einfach, zu langweilig. Meine früheren Quiz-Videos waren verspielter, und genau das hat gefehlt.
Die zweite Version hat einen Farbverlauf in EU-Blau, funkelnde Sterne, eine wehende EU-Flagge, verspielte Schriften, Antworten, die hereinspringen, und Konfetti. Die erste Version liegt zum Vergleich noch im Projekt. Das Design ist jetzt schriftlich festgelegt, damit es bei jeder Änderung gleich bleibt.
Lehre: Eine KI liefert dir ohne klare Vorgaben eine solide, aber austauschbare Lösung. Den Charakter musst du selbst vorgeben.
Veröffentlichen über Postiz
Hochgeladen wird über Postiz, eine Open-Source-Software zur Social-Media-Planung, die ich selbst hoste. Für YouTube fehlten mir dort ein paar Angaben, die für Shorts wichtig sind: Videosprache, Kategorie und Playlist. Die setzt jetzt ein kleiner Patch automatisch. Die Sprache erkennt er am Präfix im Titel, zum Beispiel „[DE]“.
Diesen Ablauf biete ich auch als Dienstleistung an: Ich erstelle Social-Media-Posts für dein Unternehmen und plane freigegebene Beiträge über Postiz zur Veröffentlichung ein. Du kannst auch vorhandene Inhalte einplanen lassen. Themen, Kanäle, Umfang und Termine stimmen wir vorher ab. Social-Media-Unterstützung anfragen.
Jede Sprache hat ihre eigene Playlist, Instagram hat getrennte Konten für Deutsch, Englisch und Französisch. Jede Frage wird nur einmal veröffentlicht, und die Auswahl wechselt zwischen Kategorien und Schwierigkeitsgraden.
Der wöchentliche Ablauf
Gesteuert wird alles vom Agenten Hermes auf meinem Mini-PC:
- Jeden Sonntagabend prüft ein Job, welche Tage der nächsten zwei Wochen noch kein Video haben.
- Er wählt die Fragen aus und lässt die Videos auf meinem KI-Server rendern. Der hat mehr Leistung, darf per eingeschränktem SSH-Schlüssel aber nur genau das: rendern.
- Die Videos werden in Postiz hochgeladen und eingeplant.
- Per Telegram bekomme ich eine kurze Zusammenfassung.
Auf dem KI-Server liegen bewusst keine Zeitpläne, Zugangsdaten oder Zustände. Er rechnet nur.
Die Hürden
Ganz ohne Stolpersteine ging es nicht:
- Vorschaubild verrät die Antwort. YouTube hat sich manchmal ein Vorschaubild aus dem Ende des Videos gewählt, also mit der Lösung. Die Lösung ist ein eigenes Vorschaubild mit der Frage. Dafür muss der Kanal per Telefon verifiziert sein.
- TikTok: Ohne freigegebene App landen Videos nur als Entwurf in der TikTok-App, und die nutze ich nicht. Der erste Antrag auf direkte Veröffentlichung wurde abgelehnt. TikTok ist deshalb vorerst pausiert.
- Jede Plattform hat eigene Regeln. Was bei YouTube eine Einstellung ist, gibt es bei Instagram gar nicht und umgekehrt.
Was ich daraus mitnehme
- KI baut Werkzeuge, die dann ohne KI laufen. Das ist oft günstiger und verlässlicher als KI bei jedem Durchlauf.
- Design gehört aufgeschrieben. Sonst sieht jede Änderung ein bisschen anders aus.
- Batches statt Einzelstücke. Einmal pro Woche zwei Wochen vorplanen ist entspannter als jeden Tag etwas anzustoßen.
- Rechnen und Steuern trennen. Der starke Rechner rendert, der kleine Rechner entscheidet.
Die Videos findest du auf YouTube unter @insighteuquiz, die Fragen auf insighteuquiz.eu.
Häufige Fragen
Warum nicht gleich ein KI-Videotool?
Weil die Videos immer gleich aufgebaut sind. Dafür reicht ein Skript, und es kostet nichts pro Video. KI-Videotools lohnen sich eher, wenn jedes Video anders aussehen soll oder ein Sprecher im Bild gebraucht wird.
Haben die Videos Ton?
Ja, Musik und Geräusche, aber keine Sprache. Die Frage steht im Bild, deshalb funktionieren die Videos auch ohne Ton.
Lässt sich das auf andere Inhalte übertragen?
Ja. Alles, was in einer festen Struktur vorliegt, etwa Produkte, Tipps oder Zahlen, lässt sich auf diese Weise in Kurzvideos verwandeln.